Mittwoch, 1. Februar 2012

Unterwegs in heimatlichen Gefilden

Nach zwei Tagen Pause in Moorreesburg hieß es für Nora und Julian zurück an die Arbeit und für mich: zurück in den Urlaub.=) Da ich vom vielen Fahren doch etwas müde war, war ich froh, dass unser Ziel nur Kapstadt hieß und meine Rolle somit eher Reiseführer, als Entdecker war.

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt dieser Woche in Kapstadt war, dass es hier auch einfach deutlich kühler war und ich somit noch einmal kurz der Hitze entkommen konnte.

Am ersten Tag, dank Alinas Drang zur Pünktlichkeit waren wir nur ca.1 Stunde zu spät losgekommen =), erlebten wir einen klassischen Tag in der kapstädter Innenstadt: Besichtigung der Waterfront (Robben inklusive), Long Street mit Shopping-Pause am Green Market Square, Alina hatte sich inzwischen doch zu einer wahren Händlerin entwickelt, Besuch der Old City Hall und des Company Gardens mit seinen viiielen Eichhörnchen. Leider war mein Orientierungssinn nicht der beste, sodass wir bei doch recht hohen Temperaturen, etwas mehr herum liefen, als eigentlich nötig gewesen wäre.

Mit einem kleinen Umweg durch Boo-Kaap mit seinen vielen bunten Häuschen fuhren wir schließlich zum mir altbekannten Sunflower Backpackers und hüpften erst einmal in den Pool! Als wir uns dann fertig machten, um auf den Signal Hill zu fahren, lernten wir „Günni“ kennen, einen deutschen Rentner, der inzwischen im Sommer in Spanien und im Winter eben hier in Südafrika lebt.

Auf dem Signal Hill verbrachten wir dann den Sonnenuntergang, der nur von ein paar wenigen Wolken gestört wurde. Danach wollten wir beide schnell wieder zurück ins Hostel, denn heute Abend sollte es Pfannenkuchen mit Lauch-Käse-Sahne Soße und mit Granatapfel-Pflaumen-Joghurt-Füllung geben!!!=) So gut das Essen auch war, wir hatten dafür teuer bezahlt, denn der Parkplatz, den wir gewählt hatten, war ein illegaler gewesen und hatte uns 150 Rand gekostet!

Mit vollem Bauch gingen wir recht früh ins Bett, denn für den folgenden Tag stand Pflichtprogramm (für jeden der nach Südafrika kommt) Kap der Guten Hoffnung und Cape Point auf dem Programm!

Der Tag war schön, wenn auch etwas zu wolkig… Wir fuhren über Hout Bay und den Boulders Beach erst zum Cape Point und dann ans Kap der Guten Hoffnung. Unterwegs hatten wir kurz einen kleinen haarigen Mitfahrer, ein Pavian hatte es sich auf unserem Auto bequem gemacht. Am Kap der Guten Hoffnung dann DER Schock, Alinas Kamera Akku (eine neue teure Spiegelreflexkamera) war doch tatsächlich leer und die Gurke hatte ihr Ladegerät in Moorreesburg gelassen.

Letztlich hatte sie jedoch Glück und an der Waterfront im Fotogeschäft war einer so nett den Akku umsonst zu laden. Heute Abend dann Fastfood-Programm Teil 1: Pizza essen.

Am folgenden Tag stand dann eine Townshiptour durch Langa und Kayelitsha an. Für mich war es nichts neues, denn zum einen bin ich jeden Tag im Township und zum anderen habe ich genau dieselbe Tour vor 5 Monaten schon gemacht.

Eines hat sich seitdem für mich nicht geändert, mir fällt es schwer zu verstehen, dass es den Leuten nichts ausmacht, Fremde in ihre Wohnungen zu lassen… jeden Tag, immer wieder, bis ins Schlafzimmer! Anders ist das Gefühl mit dem ich mich hier bewege, ich fühle nicht mehr diese enorme Beklemmung, auch wenn mir das Bier der Xhosa noch immer nicht schmeckt. =)

An diesem Tag bekamen wir irgendwie nichts mehr auf die Reihe und hingen nur im Bett bzw. bei KFC rum.

Uuuund dann kam der groooße Tag! Der Besteigung bzw. Bezwingung der Mount E…ähhh… Tafelbergs durch Alina Koch und Theresa Schimpfössl! Auf einer völlig unschönen, weil stetig stark ansteigenden Strecke, kämpften wir uns den Berg hinauf, da zum Gondel fahren das Geld nicht reichte.=) Naja  ganz so war es nicht, als wir dann oben waren, war es schon ein echt tolles Gefühl und ich genoss die Aussicht noch deutlich mehr, als beim ersten Mal. Sicher hatte es auch damit zu tun, dass diesmal keine Wolken die Sicht versperrten.

Bevor wir völlig verdient in den Pool hüpfen durften, holten wir uns auf dem Weg nach unten noch den gratis Muskelkater ab. Den Alina aber deutlich mehr spürte als ich.=)

Am Abend stand dann noch ausgehen auf der Long Street an! Auch Pflichtprogramm und für mich trotzdem das erste Mal. Wir trafen uns mit Anna, einer ehemaligen Mitfreiwilligen aus Mo’burg, und ihrem Freund Thembi aus Kapstadt.

Wir waren in zwei Bars und einer Disco, gingen aber schon so gegen 2 Uhr wieder nach Hause, da Anna wie auch schon in Moorreesburg mit mir zusammen, einen ordentlichen Husten hatte.

Am Sonntag waren wir dann noch zum Baden im West Coast National Park, was Alina total faszinierend fand: vom Winter in Deutschland direkt an den Strand! Allerdings hatten wir Pech und sahen keine einzige Schildkröte…

Gegen  Abend machten wir uns auf den Heimweg und ich freute mich echt darauf auch mal wieder in den normalen Trott zu kommen.

Alina waren noch zwei Tage in Südafrika geblieben, bevor es für sie weiter nach Namibia ging. Am Montag kam sie mit zur Arbeit, wo Sanet ihr gleich mal erklärte, dass sie die Kinder hier nur so sehr schlagen, dass sie gehorchen, keineswegs aber mit dem Ziel sie umzubringen. So krass habe selbst ich Sanet noch nie reden hören, was, so glaube ich im Nachhinein, auf jeden Fall damit zu tun hatte, dass Alina nicht bei jeder Kleinigkeit fragte, ob das okay sei, Sanet sah sich also gezwungen, zu zeigen, wer hier am längeren Hebel sitzt.

Am Dienstag fuhr ich Alina dann nach Kapstadt zum Flughafen und dort hieß es dann Abschied nehmen, sowohl von Alina als auch vom Urlaub.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen