Samstag, 17. März 2012

Noch eine Woche…

…dann habe ich es endlich geschafft! Nur das hält mich grade noch bei Laune. Nun gut das ist jetzt ein bisschen übertrieben, denn meinen wirklichen Tiefpunkt habe ich jetzt eigentlich echt hinter mir!
Ich dachte das wäre das Gespräch (ich erzählte bei letzten Mal) mit Mariana und dem Chef gewesen, allerdings irrte ich mich da, die nächsten zwei Wochen wurde meine Laune immer übler und ich dachte enorm viel darüber nach, was in Deutschland alles besser ist und was ich jetzt alles gerne machen würde… Sie hatten uns im Vorbereitungsseminar versucht klar zu machen, dass jeder einmal an diesen Punkt kommen würde. Damals war ich echt davon überzeugt gewesen, dass es mir nicht passieren würde… naja da wurde ich jetzt wohl eines besseren belehrt. =)
Aber wie gesagt es ist schon viel besser, was sicher auch mit einer wundervollen, aber auch überraschenden Nachricht zu tun hat: Tannie Mariana, eben diese, die sich am Pool so unverantwortlich verhalten hatte, GEHT! In einer Woche wird sie Huis van Heerde verlassen und (hoffentlich) niemals zurückkommen. Die offizielle Version lautet, dass sie gekündigt hat, weil sie sich anders orientieren wollte. Ich persönlich glaube, dass da ein bisschen nachgeholfen wurde. Denn, wie mir zu Ohren kam, sind in ihrer Gegenwart unschöne Sätze, wie „Naja Mariana, du hast die Erfahrung und sie hat das Wissen.“ gefallen. Außerdem hat man sie wohl auch darauf hingewiesen, dass sie über keinerlei Ausbildung verfügt, was den Bereich Kindererziehung angeht.
Ich werde also in einer Woche heimlich in den Urlaub schleichen und singen „Auf Wiedersehen, die Zeit mit der war gar nicht schön!“ =)


Zu unseren neu angelaufenen Projekt mit den Kindern gibt’s auch Neues: die Kleinen waren von den Fingerfarben so angetan, dass sie am liebsten den ganzen Raum neu gestaltet wollte. Wir hatten ein riesen Glück, dass keiner bemerkt hatte, wie grauenvoll das Sofa aussah und dass man es zudem einfach umdrehen konnte!
Mit den Mittleren und Großen haben wir das letzte Mal ein bisschen Deutsch gemacht. Mit den Großen hat es auch echt gut geklappt. Am Ende sagten zwei Jungs uns dann doch tatsächlich den Dialog „ Wie geht es dir, mein Schatz? ; Gut, weil ich dich liebe!“ auf! =) Zugegebenermaßen haben wir ihnen erst danach erzählt, was es eigentlich heißt.


Ein echt verrücktes Erlebnis war noch mein Besuch des Tygerberg Hospitals bei Kapstadt. Gleich vorne weg, ich war nicht wegen mir dort und ich würde dort auch niiemals hingehen, wenn ich selber etwas hätte!
Das einzige was einigermaßen okay war, war der Gemüse und Obst Stand, der vor dem Krankenhaus aufgebaut war. Drinnen war es heruntergekommen, dreckig und man hatte nicht die leiseste Ahnung mit welcher unschönen Krankheit man sich bei seinem Nebensitzer so infizieren könnte…
Wir waren wegen einem Jungen dort, der Probleme mit den Augen hat und hatten dann auch noch das wahnsinnige Glück, dass ein Gefangener (mit Handschellen und endlos langer Fußkette, mit wäre eine ganz kurze lieber gewesen =)) im Grunde den ganzen Tag schräg hinter uns saß… besonders begeisterte mich dann, als sie ihm die Handschellen abnahmen. Sicherheitshalber schrieb ich Nora eine Abschieds SMS! =)
Naja was den Zustand des Krankenhauses am besten auf den Punkt bringt, war folgenden Durchsage: „Die Aufzüge mit der Nummer 3,5,11,12,12….und so weiter sind außer Betrieb“ (Treppen gibt es übrigens keine!) wozu Tannie Caren dann nur meinte: „Vielleicht hätten sie besser einfach aufzählen sollen, welche Aufzüge funktionieren, das wäre schneller gewesen!“



So weit so gut meine Lieben… Letztes Wochenende waren wir noch in einem schönen Freizeitpark mit ein paar netten Achterbahnen! =) Das war eine nette Abwechslung und das Adrenalin tat mir richtig gut!

Die nächste Woche werde ich noch arbeiten, dann bin ich für eine Woche im Cape Surf Hostel in Cape Town (surfen kann ich aber eigentlich nicht =)) und naja dann haben wir noch unser Zwischenseminar!

Ganz liebe Grüße und genießt den kommenden Frühling… hier kommt nämlich grade der Herbst und das ist irgendwie etwas verwirrend, weil Ostern ja trotzdem kommt!






Sonntag, 4. März 2012

Neues aus der Krachmacherstraße


 Teil I „Neues aus der Krachmacherstraße“

Tja ihr lieben (ich hoffe euch allen ist klar, dass ich mich mit dem Titel auf „Lotta aus der Krachmacherstraße“ von Astrid Lindgren beziehe) nach dem tollen Urlaub und auch erst mal eitel Sonnenschein danach, hat’s hier ziemlich gekracht… Viele von euch kennen die Story schon und trotzdem noch einmal:
 „Es ist Samstag: Nora und ich haben frei und wollen uns ganz einfach nur im Pool abkühlen gehen. Wir hatten sogar gefragt, ob die Kids mit können, dies wurde allerdings mit der Aussage „Nein, sie hatten heute schon genug Spaß!“ aus meiner Sicht sehr eindeutig abgelehnt. So gingen wir also zum Pool und nach 2 Minuten standen ALLE Mädels mit genau der Tannie, die unser Angebot abgelehnt hatte, vor dem Pool und wollten rein.
Ebendiese Tannie Mariana (25 Jahre alt, Kinder nicht im Griff und glaubt noch immer dass 10-10=10) zeigte dann ihre ganze Unreife und hopste ohne nur im Geringsten auf die kleine Mezanne (3 Jahre alt, aufgeweckt, aber aufgrund von trinkenden Eltern ziemlich zurück, zum ersten Mal im Pool!) zu achten, in den Pool. Für mich war es dann logisch hinzugehen, denn ich habe wenig Interesse daran, hier ein Kind ertrinken zu sehen.
Ewig hatte ich darauf allerdings auch keine Lust, denn Mezanne kann man tatsächlich keine Sekunde aus den Augen lassen (Schwimmflügel gibt es hier nicht) und außerdem war es ja abgelehnt worden, dass Nora und ich mit den Kids in den Pool gehen.
So sagte ich Mariana, sie solle doch bitte nach Mezanne schauen, denn ich wäre nun im tiefen Teil. Sie stimmte zu und gesagt getan… leider aber nur von meiner Seite! Mariana saß neben Mezanne, unterhielt sich aber lieber mit Tannie Caren. Und so kam, was kommen musste, Mezanne sprang ins tiefe Wasser und NUR weil Candice (6 Jahre alt, pfiffig) so geistesgegenwärtig war, sie beim Arm zu packen, ging das Ganze ohne Folgen für Mezanne zu Ende. Eigentlich reichte mir diese Geschichte schon völlig, doch dann stand Tannie Mariana einfach auf, ohne auch nur ein Wort zu sagen, und verließ den Pool! Nora und ich waren zunächst einfach nur perplex!
Mir aber war es zu viel und ich klemmte mir Mezanne unter den Arm und folgte Mariana. Im Haus sagte ich ihr dann ganz deutlich die Meinung. Von ihr folgte jedoch keinerlei Verständnis, sie fühlte sich lediglich persönlich angegriffen und so folgte sie mir zum Pool, um die Kinder raus zu holen, konnte es aber nicht lassen, noch mal etwas zu sagen!
·        Mariana: ‚Ich dachte es wäre kein Problem. ‘
·        Theresa: ‚Vielleicht solltest du das nächste Mal, weniger denken und stattdessen mit uns reden! ‘
·        Mariana: ‚So redest du nicht mit mir. ‘
·        Theresa: ‚Doch, siehst du doch und am Montag werde ich zum Chef gehen. ‘
·        Mariana: ‚Jaja, am Montag gehen wir zum Chef! ‘
·        Theresa: ‚Nein Mariana, am Montag gehe ich zum Chef. ‘“



Teil II „Back to the roots“

Sehr gerne hätte ich Teil II so etwas in der Art, wie “nichts blieb so wie es war”, genannt, aber nein, wir alle fanden zurück zu der Maske, mit der Nora und Julian ich arbeiten, seit wir hier sind.
Der neue Chef, mit seinen tollen, neuen Ideen. Der neue Chef, mit seinem tollen weiten Horizont. Der neue Chef, der so lange im Kommunikationsbereich gearbeitet hat. Der neue Chef, der sich selbst gerne reden hört. Der neue Chef, der SCHWÄTZER!
Sowohl Mariana, als auch ich, waren beim Chef gewesen. Und bei beiden von uns, glaube ich zumindest, zeigte er sich sehr verständnisvoll, an einem Gespräch mit uns beiden interessiert, aber vor allem reduzierte er das Ganze auf ein Problem der Kommunikation! Sicher, fast alles ist ein Problem der Kommunikation, aber so wurde die unglaubliche Verantwortungslosigkeit von Mariana einfach vor der Tür sitzen gelassen.
Das Gespräch führte dazu, dass wir uns jetzt alle wieder „gaaanz arg lieb haben“ und es führte auch dazu, dass ich vom Chef ab jetzt gar nichts mehr erwarten oder auch nur erhoffen werde! Es fand erst eineinhalb Wochen später statt, der Chef redete 80% der Zeit, es ging lediglich darum, dass Mariana besser mit mir kommunizieren müsse und als ich noch einmal einwarf, dass Mezanne, aber beinahe ertrunken wäre, meinte er nur, er sei sich sicher, dass, wenn sie es gesehen hätte, sie auch eingegriffen hätte.
Tja er hatte den springenden Punkt getroffen und doch verfehlt. Sie hatte nicht hingeschaut, aus meiner Sicht ihr großer Fehler und für den Chef die Entschuldigung dafür, dass sie nicht eingriff!
Mariana und ich arbeiten seit dem wieder gut zusammen, aber ich habe mich innerlich wieder einen weiteren Schritt von diesem Heim entfernt. Natürlich nicht von den Kindern, aber von allem, was hier vor sich geht.
Meinen Fehler im Ganzen hatte ich offen eingestanden, ich hatte mich direkt bei ihr dafür entschuldigt, dass ich in aller Öffentlichkeit so mit ihr geredet hatte, aber das ganze Gespräch war letztlich die größte Enttäuschung, die ich hier erlebt habe!

Was ich dem Chef zugutehalten muss, er hat uns ermöglicht, dreimal die Woche mit den Kindern, ohne auch nur eine Tannie, etwas zu machen.
Montags haben wir die Großen für eine Stunde, am Mittwoch sind die Mittleren an der Reihe und zu guter Letzt noch unsere Kleinen am Donnerstag.
Was wir mit ihnen machen, bleibt uns völlig selbst überlassen, es geht nur darum, dass die Kinder mal etwas anderes, als den ewigen alltäglichen Trott mitbekommen, und klar sind da wir geeignet, allein schon, weil wir aus Europa und somit einem völlig anderen Fleck dieser Welt kommen.
Der erste Montag mit den Großen war auch richtig gelungen: Wir hatten ein riesiges und etwas abgewandeltes Activity Spiel gebastelt. Die Kinder machten gut mit, hatten Spaß und Monicas empfinden zeigt wohl am besten wie es war: Zu Beginn sagte sie „oh es ist schon gleich 7 Uhr, wir müssen aufhören“ und um 10 vor 7 Uhr hieß es dann auf einmal „nein, nein wir haben noch ganz viel Zeit“…=)
Die Mittleren mussten leider ausfallen, dafür hatten wir uns dann mit den Kleinen etwas übernommen…=) Wir hatten Fingerfarben besorgt, leider ging irgendwann das Papier aus, was dazu führte, dass manche einfach mal aufs Sofa umstiegen. Lustig war‘s im Nachhinein trotzdem und die Kunstwerke sind, nun ja, sehr interessant!=)

Viel mehr war die letzten Wochen nicht los, eine davon habe ich schwer grippal auch noch im Bett verbracht und naja ich muss sagen, ich bin eindeutig reif für den nächsten Urlaub… 3 Wochen dann habe ich es geschafft!

Eine, die den Urlaub glaube ich genauso herbei sehnt wie ich, ist Nora! Letzten Montag passierte es doch tatsächlich, dass sie von ihrer Tannie angeschrien wurde, weil sie einer zweijährigen beim Essen geholfen hatte!! Ich könnte von Amanda noch mehr erzählen, aber ich möchte das jetzt einfach mal so stehen lassen. Ich weiß nicht, ob ich mich anschreien lassen würde, allerdings weiß ich auch nicht, was andere Möglichkeiten wären!

So viel für jetzt zu meinem Leben in Huis van Heerde!

Liebe Grüße und einen schönen Frühlingsanfang euch allen!;)



Sonntag, 26. Februar 2012

Alina und ich in Cape Town in Bildern (plus: meine Kinder=))

"Hallo Robbie!"

 allzu große Angst hatten die Täubchen leider nicht

Die Taube und der Kinderwagen

Der Regenbogen bei Sonnenschein

Der Sonne entgegen auf dem Signal Hill

Kapstadt bei Nacht

Alina am Strand in Hout Bay

Brillenpinguin und seine Kleinen

Mitfahren (für Affen) leider verboten

mit Alina aud dem Cape of Good Hope

auf der Townshiptour

in Langa

Schafsköpfe ein alltägliches Bild

der Aufstieg auf den Tafelberg

geschafft hatten wir es da noch nicht

das Gipfelkreuz!!

Cape Town Stadium

Blüüüümchen

Beachart

Mezanne und Co. beim Planschen

Devon beim Vorturnen

Geschwisterliebe

kleine Poser

unsere Kleinste...

bei Fotos sind sie immer dabei

Hughleen hat mich seeehr lieb

aber sie und Shunney haben sich noch viel mehr lieb

Candice und Mezanne

Alina und meine Beste

Mittwoch, 1. Februar 2012

Wieder zu Hause … bitte nicht falsch verstehen: zu Hause in Moorreesburg!

Tja ihr Lieben, ich hatte mich sehr auf zu Hause, meine Kinder, die Arbeit und Moorreesburg gefreut, es war auch alles schön. Und doch liege ich jetzt nach zweieinhalb Wochen schon wieder das erste Mal mit einem komischen Magendarm Infekt flach… wenigstens habe ich dadurch die Zeit mal wieder etwas zu schreiben.

Die letzten zwei Wochen bin ich wirklich sehr motiviert und mit viel Spaß an die Arbeit gegangen und konnte nur durch die krasse Hitze, heute habe ich erfahren, dass es normal gar nicht so heiß ist im Januar, etwas gebremst werden.

Tagsüber hatte es zum Teil über 40°C (im Schatten) und unser  nicht isoliertes  sog die Wärme geradezu auf… Wir versuchten es zunächst mit Eispaketen, was nicht viel half und nachdem wir drei Nächte kaum geschlafen hatten, zogen wir in unsere sogenannte Kühlkammer um. Im hintersten Raum hatten wir eine Klimaanlage, die wir über Nacht anschalteten. Der Plan ging jedoch nur auf, weil unserer dritte Matratze als Tür herhielt, denn ansonsten wäre die ganze kühle Luft gleich wieder abgehauen!

Ansonsten hatten wir mit giftigen Spinnen, ein Biss und du musst ins Krankenhaus, neuen abhauenden Kindern und dem alltäglichen Wahnsinn zu tun.

Upps… jetzt hätte ich doch beinahe den neuen Chef vergessen! Von Beginn an wirkte er sympathisch, aufgeschlossen und interessiert an allem, was hier so vor sich geht. Da er so etwas zuvor noch nie gemacht hatte, zeigte er sich zunächst sehr zurückhaltend und fängt erst jetzt langsam an, sich einzumischen.

Er versucht uns ein kleines bisschen zu bemuttern, er bietet uns immer was zu essen an, wenn wir skypen und ist bemüht, das Kinderheim sicherer zu machen. Das heißt er schließt alle Gates ab und wir müssen immer zu ihm rennen, wenn  wir raus wollen…

Letzte Woche wagte Nora dann den großen Schritt. Sie ging zu ihm hin und erzählte, dass Gloria von Tannie Mariana bei den Hausaufgaben durch körperliche Gewalt enorm unter Druck gesetzt worden war. Und der Chef zeigte Verständnis für das Problem, das Nora damit hat. Haben wir endlich jemanden gefunden, zu dem wir gehen können, wenn es Probleme in dieser Hinsicht gibt?



Ansonsten habe ich seit drei Tagen ein neues Kind: Patricia ist 13 und kommt hier aus dem Township in Moorreesburg.

Außerdem hatten die Kinder in den letzten Tagen Leichtathletik Wettbewerbe. Dort verbrachte ich meinen letzten Freitag von 7 Uhr morgens bis 16 Uhr nachmittags und sah, wie meine kleine Candis sich für die Swartland Meisterschaften qualifizierte. Neben ihr schafften das noch drei weitere Kids!

Weniger schön ist, was mir Angelica, meine Große, neulich erzählte. Sie geht auf „Dirkie Uys“ die bessere der beiden Schulen in Moorreesburg, aber ob sie dort so gerne hingeht weiß ich nicht. Denn sie erzählte mir, dass es dort zum einen NUR weiße Lehrer gibt und zum anderen, dass weiße Kinder bevorzugt behandelt werden und für Dinge, für die man die anderen bestraft, keine Strafe erhalten.



So ihr Lieben, ich kann nicht mehr, ich muss schlafen… sonst spielt mein Magen noch länger verrückt!



Sonnige Grüße aus dem noch sonnigeren Südafrika!

Theresa



Unterwegs in heimatlichen Gefilden

Nach zwei Tagen Pause in Moorreesburg hieß es für Nora und Julian zurück an die Arbeit und für mich: zurück in den Urlaub.=) Da ich vom vielen Fahren doch etwas müde war, war ich froh, dass unser Ziel nur Kapstadt hieß und meine Rolle somit eher Reiseführer, als Entdecker war.

Ein sehr angenehmer Nebeneffekt dieser Woche in Kapstadt war, dass es hier auch einfach deutlich kühler war und ich somit noch einmal kurz der Hitze entkommen konnte.

Am ersten Tag, dank Alinas Drang zur Pünktlichkeit waren wir nur ca.1 Stunde zu spät losgekommen =), erlebten wir einen klassischen Tag in der kapstädter Innenstadt: Besichtigung der Waterfront (Robben inklusive), Long Street mit Shopping-Pause am Green Market Square, Alina hatte sich inzwischen doch zu einer wahren Händlerin entwickelt, Besuch der Old City Hall und des Company Gardens mit seinen viiielen Eichhörnchen. Leider war mein Orientierungssinn nicht der beste, sodass wir bei doch recht hohen Temperaturen, etwas mehr herum liefen, als eigentlich nötig gewesen wäre.

Mit einem kleinen Umweg durch Boo-Kaap mit seinen vielen bunten Häuschen fuhren wir schließlich zum mir altbekannten Sunflower Backpackers und hüpften erst einmal in den Pool! Als wir uns dann fertig machten, um auf den Signal Hill zu fahren, lernten wir „Günni“ kennen, einen deutschen Rentner, der inzwischen im Sommer in Spanien und im Winter eben hier in Südafrika lebt.

Auf dem Signal Hill verbrachten wir dann den Sonnenuntergang, der nur von ein paar wenigen Wolken gestört wurde. Danach wollten wir beide schnell wieder zurück ins Hostel, denn heute Abend sollte es Pfannenkuchen mit Lauch-Käse-Sahne Soße und mit Granatapfel-Pflaumen-Joghurt-Füllung geben!!!=) So gut das Essen auch war, wir hatten dafür teuer bezahlt, denn der Parkplatz, den wir gewählt hatten, war ein illegaler gewesen und hatte uns 150 Rand gekostet!

Mit vollem Bauch gingen wir recht früh ins Bett, denn für den folgenden Tag stand Pflichtprogramm (für jeden der nach Südafrika kommt) Kap der Guten Hoffnung und Cape Point auf dem Programm!

Der Tag war schön, wenn auch etwas zu wolkig… Wir fuhren über Hout Bay und den Boulders Beach erst zum Cape Point und dann ans Kap der Guten Hoffnung. Unterwegs hatten wir kurz einen kleinen haarigen Mitfahrer, ein Pavian hatte es sich auf unserem Auto bequem gemacht. Am Kap der Guten Hoffnung dann DER Schock, Alinas Kamera Akku (eine neue teure Spiegelreflexkamera) war doch tatsächlich leer und die Gurke hatte ihr Ladegerät in Moorreesburg gelassen.

Letztlich hatte sie jedoch Glück und an der Waterfront im Fotogeschäft war einer so nett den Akku umsonst zu laden. Heute Abend dann Fastfood-Programm Teil 1: Pizza essen.

Am folgenden Tag stand dann eine Townshiptour durch Langa und Kayelitsha an. Für mich war es nichts neues, denn zum einen bin ich jeden Tag im Township und zum anderen habe ich genau dieselbe Tour vor 5 Monaten schon gemacht.

Eines hat sich seitdem für mich nicht geändert, mir fällt es schwer zu verstehen, dass es den Leuten nichts ausmacht, Fremde in ihre Wohnungen zu lassen… jeden Tag, immer wieder, bis ins Schlafzimmer! Anders ist das Gefühl mit dem ich mich hier bewege, ich fühle nicht mehr diese enorme Beklemmung, auch wenn mir das Bier der Xhosa noch immer nicht schmeckt. =)

An diesem Tag bekamen wir irgendwie nichts mehr auf die Reihe und hingen nur im Bett bzw. bei KFC rum.

Uuuund dann kam der groooße Tag! Der Besteigung bzw. Bezwingung der Mount E…ähhh… Tafelbergs durch Alina Koch und Theresa Schimpfössl! Auf einer völlig unschönen, weil stetig stark ansteigenden Strecke, kämpften wir uns den Berg hinauf, da zum Gondel fahren das Geld nicht reichte.=) Naja  ganz so war es nicht, als wir dann oben waren, war es schon ein echt tolles Gefühl und ich genoss die Aussicht noch deutlich mehr, als beim ersten Mal. Sicher hatte es auch damit zu tun, dass diesmal keine Wolken die Sicht versperrten.

Bevor wir völlig verdient in den Pool hüpfen durften, holten wir uns auf dem Weg nach unten noch den gratis Muskelkater ab. Den Alina aber deutlich mehr spürte als ich.=)

Am Abend stand dann noch ausgehen auf der Long Street an! Auch Pflichtprogramm und für mich trotzdem das erste Mal. Wir trafen uns mit Anna, einer ehemaligen Mitfreiwilligen aus Mo’burg, und ihrem Freund Thembi aus Kapstadt.

Wir waren in zwei Bars und einer Disco, gingen aber schon so gegen 2 Uhr wieder nach Hause, da Anna wie auch schon in Moorreesburg mit mir zusammen, einen ordentlichen Husten hatte.

Am Sonntag waren wir dann noch zum Baden im West Coast National Park, was Alina total faszinierend fand: vom Winter in Deutschland direkt an den Strand! Allerdings hatten wir Pech und sahen keine einzige Schildkröte…

Gegen  Abend machten wir uns auf den Heimweg und ich freute mich echt darauf auch mal wieder in den normalen Trott zu kommen.

Alina waren noch zwei Tage in Südafrika geblieben, bevor es für sie weiter nach Namibia ging. Am Montag kam sie mit zur Arbeit, wo Sanet ihr gleich mal erklärte, dass sie die Kinder hier nur so sehr schlagen, dass sie gehorchen, keineswegs aber mit dem Ziel sie umzubringen. So krass habe selbst ich Sanet noch nie reden hören, was, so glaube ich im Nachhinein, auf jeden Fall damit zu tun hatte, dass Alina nicht bei jeder Kleinigkeit fragte, ob das okay sei, Sanet sah sich also gezwungen, zu zeigen, wer hier am längeren Hebel sitzt.

Am Dienstag fuhr ich Alina dann nach Kapstadt zum Flughafen und dort hieß es dann Abschied nehmen, sowohl von Alina als auch vom Urlaub.